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Lagerte
Drusus an der Oker?
Diese provozierende Frage war am 16.11.1995 in der GZ zu lesen.
Danach könnte der römische Feldherr Nero Claudius Drusus im
Jahre 10 vor Christus bei dem verbürgten Marsch vom Rhein an
die Elbe sein Lager am Fuße des Sudmerberges an der Oker aufgeschlagen
haben.
Diese These wurde damit begründet, daß mit dem hier verlaufenden
Hellweg die kürzeste bekannte Rhein-Elbe-Verbindung am Hang
entlangführte. Die 'Alte Strasse' als ein Teil dieses Hellweges
führte am Okerturm vorbei über den Sattel des Sudmerberges.
Das Gelände südlich wie östlich des Sudmerberges war als ausgesprochen
verkehrsfeindlich anzusehen. Verkehr war praktisch nur auf
den aufgeschotterten Uferstreifen der Oker möglich.
Zwei Hohlwege - auf gepflügtem Boden auch heute noch deutlich
erkennbar - laufen im Sattelpunkt des Sudmerberges zusammen.
Der Abstieg in westlicher Richtung führte auf die Straße 'Bergknick'
und damit auf Goslar zu. Die 'Alte Straße' fand ihre Fortsetzung
in Richtung Ohlhof und Immenrode. Unterhalb der Meseburg erreichte
der Weg Weddingen und über Wehre durch das Sumpfgebiet südlich
von Schladen schließlich die Pfalz Werla.
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Robert Lämmerhold auf dem Weg zu seinem nächsten Einsatz |
Die alten Wege waren stets Höhenwege, weil sie trocken waren,
Regen schnell abfloß und felsiger Untergrund für eine feste
befahrbare Wegstrecke sorgte, so daß es logisch ist, daß die
alte Straße über den Sudmerberg führte.
Nach dem ältesten Goslarer Postfahrplan von 1670/80 der Thurn
und Taxi'schen Reichspost bestand durch die 'Alte Straße'
eine Verbindung über Zellerfeld, Clausthal, Osterode, Frankfurt,
Nürnberg, Erfurt und Leipzig gen Süden und über Wolfenbüttel,
Braunschweig und Hamburg gen Norden.
1967 besuchten der Oberbürgermeister und fünfzehn Ratsherren
- der Rat wäre beschlußfähig gewesen - angeführt von den Landtagsabgeordneten
Fricke ( Dr. Otto von der CDU und Ernst von der SPD, so hatte
jeder seinen Fricke ) die Siedler, um sich die Klagen und
Vorschläge der Siedler zur Bereinigung der unhaltbaren Verkehrsverhältnisse,
das Sudmerberger Notprogramm, anzuhören.
- Etliche der Straßen dieses zunächst rein dörflichen Verhältnissen
entsprechenden Stadtteiles waren so eng, daß nicht zwei Pkw's
gleichzeitig aneinander vorbeifahren konnten.
- Bürgersteige fehlten und mußten angelegt werden, zum Teil
nur einseitig, weil für mehr der Platz nicht ausreichte.
Es verschwanden aber auch Bürgersteige, so z.B. am heutigen
Eschenweg. Die Anwohner auf der Seite mit den geraden Hausnummern
hatten ursprünglich keinen Vorgarten, dafür aber einen Bürgersteig.
'Wandgemälde' und Klopfstreiche der damaligen Halbstarken,
die heute alle im Rentenalter sind, waren der Vorwand, sich
auch einen Vorgarten zu erkämpfen. Der Erfolg trat ein, die
frühen 'Grafitties' unterblieben von dieser Zeit an. So ist
der Eschenweg auch heute noch eine der wenigen Straßen in
Goslar gänzlich ohne Fußweg.
- Der Nußanger - Wohnstraße der kinderreichen Familien -
mit seinen Spielmöglichkeiten und vielen Hecken - war zur
Durchgangsstraße für Lastwagen geworden, die diese Abkürzung
zwischen Schleeke und Vienenburger Straße nutzten.
- Die Ausfahrt zur Vienenburger Straße war viel zu eng.
- Das Überqueren der B 6 an der Bushaltestelle Ginsterbusch
- immerhin hielten hier 150 Busse pro Tag - war lebensgefährlich.
Eine Fußgängerbrücke oder eine Unterführung waren aus finanziellen
Gründen nicht durchsetzbar. Als Übergangslösung wurde eine
Ampel installiert - und die steht heute noch dort.
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Im Zuge der Fertigstellung
der 'B 6 neu' entstand auf der Nordseite der Vienenburger
Straße der 'Deich', wie die Sudmerberger den Lärmschutzwall
tauften. Dank der besonderen Initiative des Siedlerfreundes
Helmut Fiedler und des Siedlerbundes wurde im Planfeststellungsverfahren
zur Genehmigung des Straßenbaus die Schaffung des Schallschutzes
gegen den von der Bundesstraße ausgehenden Lärm der Straßenbauverwaltung
auferlegt.
1989 stand der Lärmschutzwall 'auf der falschen Seite' der
Vienenburger Straße. Nach der Grenzöffnung reihte sich plötzlich
Trabbi an Trabbi oder an Wartburg, auf dem Weg zu Aldi und
Real bzw. auf dem Weg nach Goslar. Der typische Sound der
Zweitakter und der unverwechselbare Spritgeruch wurden von
der Schallschutzmauer in die Siedlung zurückgeworfen, der
Zweck des Bauwerkes verkehrte sich vorübergehend in sein Gegenteil.
Eine weitere Planung interessierte die Sudmerberger insbesondere
nach dem Ansteigen der Verkehrsbelastung nach der Grenzöffnung,
nämlich die Anbindung des Gewerbegebietes Gutenbergstraße.
Nachdem seit 1981 viel Zeit mit Plänen, Diskussionen und neuerlichen
Änderungsvorschlägen ins Land gegangen war, schien 1994 endlich
alles klar zu sein. Da schreckte eine Meldung der GZ vom 25.02.1995
die Sudmerberger auf. Das geplante Projekt einer Verbindung
zwischen Gutenbergstraße und Immenröder Straße drohte zu platzen,
weil die Kosten von 5,3 auf 8,3 Mio. DM gestiegen waren. Durch
eine nennenswerte Beteiligung der ansässigen Unternehmen an
den entstehenden Kosten konnten die Planungen doch noch gesichert
werden, so daß zum Jahresende 1995 die Arbeiten die ersten
Konturen der neuen Anbindung zeigten.
Heute liegt der Stadtteil Sudmerberg direkt an der Deutschen
Alleenstraße, die von Rügen über Stralsund, Brandenburg, Wittenberg,
Quedlinburg und Halberstadt über insgesamt 680 km von Vienenburg
kommend nach Goslar führt. Während die im Norden liegenden
Teilstrecken mit reichlich Baumbestand versehen sind, ist
- je mehr man sich Goslar nähert - noch reichlich Raum für
Nachplanzungen. Dieser Aufgabe hat sich als privater Sponsor
die Global-Umweltstiftung ( hinter ihr stehen 143 Möbelhäuser
) dankenswerter Weise angenommen.
Vielleicht nimmt sich diese Stiftung auch einmal der an den
Stadtteil Sudmerberg angrenzenden Teilstrecke an und ergänzt
die 4 Kastanien, die als 'äußeres Zeichen' die verkehrliche
Anbindung unseres Stadtteiles an die Vienenburger Straße verkörpern,
zumal zwischen Verkehrsproblemen in diesem Stadtteil einerseits
und Möbelunternehmen andererseits eine ganz besondere Verbindung
besteht.
Im November 1991 diskutierte der Bauausschuß über Verkehrsprobleme
in Sudmerberg. Einmütigkeit bestand darüber, entlang der Vienenburger
Straße zwischen Katholischer Kirche und der Ampelanlage an
der Windsorbrücke den kombinierten Geh- und Radweg zu verlängern.
Voraussichtliches Umsetzungsdatum sollte das Jahr 93 sein,
aber welches Jahrhundert?
Die Anlieger des Eschenweges hielten ohnehin nicht viel von
diesem Gedanken, sahen sie doch täglich die Kinder aus Ohlhof
zur Grundschule gehen und Radfahrer natürlich auch entgegen
der Einbahnstraßenregelung den Eschenweg entlangfahren. Ziel
konnte es doch nicht sein, diese auf die nun wieder stark
befahrene Vienenburger Straße zu zwingen.
Dem Vorschlag, den Eschenweg als verkehrsberuhigte Zone für
Kinder und Radfahrer attraktiv und sicher zu machen, folgte
später die Stadt Goslar damit, daß sie erst das Einbahnstraßenschild
und die Parkplätze im unteren Teil des Eschenweges beseitigte,
dann jedoch feststellte, daß die künftige 'Ausfahrt' im oberen
Teil des Eschenweges nicht sicher war und das Einbahnstraßenschild
wieder aufstellte. Wann werden die (dem Vernehmen nach für
1995 geplant gewesenen) erforderlichen Maßnahmen am Eschenweg
diesen zur verkehrsberuhigten Zone werden lassen?
Die großen Planungen im Jahr 1993 zum Thema 'Tempo 30 Zone'
haben sich im Jahr 1995 auf die Arbeiten an den Stadtteileingängen
reduziert. Hier wurden die Einmündungen z.T. erheblich verengt.
Die im Zuge der Planungen durchgeführten Zählungen und Geschwindigkeitsmessungen
hatten aber mitunter schon überraschende 'Erfolge'. So berichtete
die GZ am 16.03.1992, daß hierbei auch der Pastor 'erwischt'
wurde.
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