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Als ein Mann der ersten Stunde war R. Lämmerhold bereits
Mitglied im ersten Vorstand der Siedlergemeinschaft und später
dessen Vorsitzender, wie er auch Anfang der 50iger Vorsitzender
des Ziegenzuchtvereins war. Als anläßlich der 25-Jahrfeier
der Siedlergemeinschaft nebenstehendes Bild von ihm auf der
Leinwand erschien, kam lebhafter Beifall auf.
Als gelernter Bäcker, dieser Tätigkeit ging er nächtens in
der Bäckerei am Breiten Tor noch nach, hatte er eine Stellung
bei den Nordharzer Kraftwerken gefunden. Seine Aufgabe war
es, die z.T. sogar für mehrere Häuser gemeinsam genutzten
Hauptsicherungen zu warten und zu reparieren, die Freileitungen
und Straßenlaternen zu kontrollieren.
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Fritz Spieß (links)
Sparkassendirektor Heinz Baumgart (rechts)
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'Robert geht sicher noch mit dem Blaumann ins Bett' vermuteten
die Siedler, da er diese Arbeitskleidung auch nach Feierabend
oder an Sonn- und Feiertagen
trug. Andererseits war er so aber auch immer umgehend an Ort
und Stelle, wenn Not am Mann war. Schon der gleichzeitige
Betrieb eines Bügeleisens und des Elektroherdes brachte so
manche Leitung zum Glühen.
Mit seinem Fahrrad mit Karbidlampe, mit Fahrradklammern an
den Hosenzipfeln, die Leiter über der Schulter und die Zigarre
im Mundwinkel reparierte er z.T. auf abenteuerlichste Art
und Weise, aber erfolgreich, die Stromzufuhr. Wenn Funken
sprühten, gab er sich dennoch gelassen. 'Es ist wie bei den
jungen Mädchen, das ist immer spannend. Wenn Du sie anfaßt,
weißt Du nicht, ob Du einen gewischt kriegst!'
So fuhr er seine Kontrollgänge und beobachtete mißtrauisch
die an Holzmasten an der Hinterfront der Siedlerhäuser entlangführenden
Freileitungen, wenn diese bei Sturm aneinanderschlugen und
zeitweise ein Feuerwerk eigener Art veranstalteten. Nach dem
Versprechen 'Wenn Du nicht erzählst, daß ich das war...' wurde
manche durchgebrannte Sicherung auch mal mit Zigarettenpapier
oder Draht 'repariert', damit das Licht wieder brannte; nur
die Sicherung konnte so natürlich ihre Funktion nicht mehr
erfüllen.
Erster Leiter der neuen Zweigstelle der Stadtsparkasse Goslar
in Sudmerberg war ab 27.07.1957 Fritz 'Fritze' Spieß. Er versicherte
und bewies stets, daß er den Kontakt zum Kunden hoch bewertete
und daß dieser nicht darunter leiden werde, daß jetzt schußsicheres
Glas zu seinem und zum Schutz seines Lehrlings in der Schalterhalle
eingebaut wurde. 'Einzig das Händeschütteln fällt natürlich
weg'.
Heute kann der jetzige Zweigstellenleiter S. Becker in freundlich
offen gestalteten Geschäftsräumen selbstverständlich wieder
jeden Sparkassenkunden mit Händedruck begrüßen.
Die Mieter der von der Goslarer Wohnstättengesellschaft mbH
gebauten Mietshäuser erhielten dank seines Einsatzes das Vorkaufsrecht
für die von ihnen bewohnten Häuser, nachdem einige 'Spekulanten'
sich zunächst das 'große Geschäft' durch den Kauf ganzer Häuserzeilen
bzw. Straßenzüge erhofft hatten.
Ab 1958 übernahm Fritz Spieß im Auftrag der Goslarer Wohnstätten
den Verkauf von 150 Häusern mit einem Volumen von 2,4 Millionen
DM. Der Kaufpreis pro Reihenhaus lag anfangs bei 15.000,--
DM, für ein Eckhaus mußten 19.000,-- DM aufgebracht werden.
Durch die Gewährung günstiger Kreditkonditionen erleichterte
die Stadtsparkasse den Erwerbern den ersten Schritt vom Mieter
zum Siedler. Daß die Siedler Fritze Spieß so in ihr Herz schlossen,
hatte seinen Grund darin, daß er es war, der ihnen die 'Angst
vor Krediten' genommen hatte. Für viele Sudmerberger war es
zunächst undenkbar, so 'hohe' Schulden zu machen.
Wenn einmal Zahlungsschwierigkeiten den Erhalt eines Hauses
gefährdeten, nahm Fritz Spieß in dem von ihm bestimmten vertretbaren
Rahmen die erforderlichen Rettungsschritte 'auf seine Kappe'.
Nach und nach konnte er so die Häuser am Ahornweg, am Nußanger,
am Ginsterbusch und an der Sudmerbergstraße in Siedlereigentum
überführen.
Fritz Spieß war aber auch ein Mann, der Feste feste feiern
konnte. Zu den unvergeßlichen Erinnerungen der Besucher des
Schützenfestes gehören 'Fritzes' Auftritte. Mit dem Tiroler
Hut in der Hand begeisterte er die Massen mit seinem 'Jodler'.
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'Schwicki', der dienstälteste Goslarer Schützenvoigt |
Der Titel 'Ortsbürgermeister' - die Kommunalverfassung sieht
ihn für den Stadtteil Sudmerberg gar nicht vor - und 'Schwicki'
sind die Synonyme für ein Orginal und einen 'Orientierungspunkt'
im alltäglichen Siedlungsgeschehen. Und wenn jemand nicht
'ganz Ohr' ist, hilft ihm sein Megaphon.
'Schwicki' vertritt seit 1972 die Interessen der Siedlung
im Rat. Nicht zuletzt seinem persönlichen Einsatz in seiner
Ratsarbeit zu verdanken sind sicherlich die Einführung der
Tempo - 30 - Zone in dem geschlossenen Siedlungsgebiet, die
Entstehung des Kindergartens und die freundlich jeden Gast
der Siedlung grüßende Empfangsdame auf dem Marktplatz, das
'Mädchen mit dem Wasserschirm' als künstlerische Ausgestaltung
des Stadtteilzentrums. Der 'Ortsbürgermeister' wußte mit zu
verhindern, daß an der Stelle, an der jetzt die Windsor-Brücke
den Fußweg nach Ohlhof bahnt, eine Durchgangsstraße entstand,
die zu einer verstärkten Verkehrsbelastung für Sudmerberg
geführt hätte.
Wenn Helmut Schwickert nicht mit den Jugendlichen des Schützenvereins
Altpapier sammelt, sich bei der Durchführung des Stadtteilfestes
engagiert, dessen Mitbegründer er ist, für die GZ - Aktion
Glücksschweinchen verkauft ( natürlich mit Megaphon ) oder
mit der Siedlergemeinschaft oder den Sudmerberger Vereinen
Aktivitäten plant, seine Glückwünsche zum Muttertag oder zum
Weihnachtsfest verteilt - dann schlägt sein Herz für die Schützen.
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und dem alljährlichen Ausflug mit den Senioren. |
Mehr als 40 Jahre ist Helmut Schwickert jetzt Mitglied des
Sudmerberger Schützenvereins. 1995 beendete er eine 32 jährige
Amtszeit als Goslars dienstältester Schützenvogt. Er selbst
hatte beim Aufbau der ehemaligen Reichsarbeitsdienstbaracke
geholfen, um den Sudmerbergern ein eigenes Schützenhaus zu
schaffen. Bei den späteren Um- und Anbauten - die Hasen ließen
die immer baufälliger werdende Hütte öfter in ihren Grundfesten
wackeln - war er wieder derjenige, der selbst mit zupackte
und sich bis an die Grenzen seiner gesundheitlichen Belastbarkeit
verausgabte.
Traditionell sind seine jährlichen Ausflüge mit den Senioren
anläßlich der Schützenfeste. Nach ersten kleinen Anfängen
folgten 'Trecks' mit 30 - 40 Personenwagen und heute kommen
oft 3 Omnibusse zum Einsatz, um die Senioren zu attraktiven
Zielen zu chauffieren.
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Marie Brennecke/Will mit ihrem „Dreiroller“ |
Und wer kennt nicht sein Motto: 'Laßt uns wieder vertragen!'
- Kümmerling! - 'Aber der Zorn bleibt' - Prost!
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