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Die Vielfältigkeit
der Geschäfte im Stadtteil Sudmerberg ergibt sich aus der folgenden
Aufstellung, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erhebt, darum sind weitere Hinweise ausdrücklich erbeten.
Auch für Sudmerberg gilt: das Sterben der Tante Emma Läden
war nicht aufzuhalten! War anfangs der Stadtteil noch weitgehend
in der Lage, sich 'selbst zu versorgen', so sind inzwischen
auch für die Sudmerberger die Goslarer Innenstadt oder die
großen Einkaufszentren das Ziel jeder Shopping-Tour geworden.
Die 'Fische' der Siedlung war offensichtlich der Birkenweg/Eschenweg.
Als letztes der hier vorhanden gewesenen Geschäfte schloß
das Textilwarengeschäft Tanneberg ( Nr. 16 ). Nur in der Erinnerung
leben auch nur noch die Milchgeschäfte Blankenstein ( Nr.
31 ) und Marie Will verw. Brennecke ( Nr. 39 ). Als die junge
Frau Brennecke es satt hatte, im Winter den Pferden des Milchwagens
alle 100 Meter das Eis von den Hufen zu schlagen - auch die
Milchkannen waren oft zugefroren - stellte die 'Logistik'
auf einen 'Dreiroller' um.
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Schuhmachermeister Heinz Brasche vor seiner Werkstatt |
Auch Handwerk hatte hier sein Zuhause. Die Schlachterei W.
Stuhlert - vorher Wieker - ( Nr. 29 ) bestand bis in die siebziger,
im Nebenhaus ( Nr. 27 ) betrieb Heinz Brasche seine Schuhmacherei.
In Nr. 17 und Nr. 28 befanden sich Lebensmittelgeschäfte,
die mehr waren, als reine 'Verkaufseinrichtungen'. Die fast
familiären Kontakte zu den Kunden zeigten sich dann, wenn
z.B. die kleine Bärbel auf eigene Faust einkaufen wollte und
bei Branicki ein Brot und ein Pfund Backpulver verlangte.
Das Brot wurde ausgehändigt ( und angeschrieben ), das Backpulver
blieb im Laden.
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Werbeanzeigen |
Etliche Aktivitäten, wie Holzeinschlag, Fuhrunternehmungen,
Flaschenbierverkauf usw. wurden z.T. in Nebentätigkeit betrieben.
Beispielhaft soll W. Schlimme erwähnt werden, der Glaserarbeiten
in der Siedlung ausführte. Ausgemessen wurden die Scheiben
nach Feierabend, zugeschnitten zwischendurch und eingesetzt
werden sollten sie am Wochenende. Da aber ein 'Wochendeinweihungsschluck'
in der Sudburg nicht ausgelassen werden konnte, der Rucksack
mit dem zugeschnittenen Glas wegen Bruchgefahr nicht abgenommen
werden sollte, wurde unser Glaser von seinen Freunden mit
freundlichem Schlag auf den Rücken begrüßt. Die Sudmerberger
wollten aber kein Glas als Mosaik, so daß die Scheiben neu
zugeschnitten werden mußten.
Von dem Fuhrunternehmer Hackeberg wird erzählt, daß sein
Pferd 'Schlüter' so mager war, daß an den vorstehenden Knochen
eine Jacke aufgehängt werden konnte, wenn Schlüter nicht gerade
wieder wegen Hunger umgefallen war.
Keine Anekdote ist, daß Schlachtermeister Theodor Koch am
02.01.48 seine Verkaufsstelle für Wurst- und Fleischwaren
im ehemaligen Splittergraben (Kellergeschoß) eröffnete. Frisörmeister
Abel betrieb seinen 'Salon' anfangs in der Küche im D-Zug-Haus
der Familie Rübesam am Nußanger. Gewaschen und nachgespült
wurde mit dem Milchtopf und das Mittagessen machten die Rübesams
gezwungenermaßen solange in der Waschküche. Der Frisörladen
wanderte später vom Nußanger 14 zum Nußanger 27 und machte
schließlich seine Pforten in der Sudmerbergstraße 77 auf,
wo Frisörmeister Brunke den Salon fortführte.
In dem Gebäude, in dem sich heute das Hotel 'Lydia' befindet,
trafen sich übrigens, als das Gelände noch dem Autohändler
Köhrich gehörte, seine Mitarbeiter, es beherbergte u.a. auch
die Kantine des Autohauses Ford-Köhrich. |